
Meine Stratocaster habe ich nach meinem Ausflug zu E-Bass gekauft: Viel Geld wollte ich nicht ausgeben und im lokalen Musikgeschäft war die Squier die einzige Gitarre die in mein Budget passte. Ohne eigene Gitarren-Erfahrung fand ich die Gitarre damals ok, ein Hartschalenkoffer und ein Gitarrengurt vervollständigten meinen Einkauf.
Die Seriennummer meiner Strat beginnt mit YN6: Die Gitarre wurde 1996 von Yako in Taiwan hergestellt und damals von mir in Deutschland neu gekauft. Der Body besteht nicht aus einem Stück, sondern ist aus mehreren Stücken verleimt. Eine Naht ist gut zu erkennen, links neben der Brücke paßt die Maserung des Holzes nicht.
In den Neunzigern habe ich nicht lange auf der Gitarre gespielt. Ohne Gitarrenunterricht verflog mein Enthusiasmus schnell, der Koffer bewahrte die Gitarre vor Beschädigungen in der folgenden langen Lagerzeit. Jetzt, mehr als 12 Jahre später, nutze ich die Stratocaster beinahe täglich. Die Gitarre hat die Lagerung gut überstanden: Nur den Hals habe ich etwas nachstellen müssen.
Die drei Single-Coils lieferten anfangs fast den gleichen Ton, ab Werk waren die Pickups auf die niedrigste Position eingestellt. Nachdem ich die Pickups näher an die Saiten gebracht habe, ist der Ton kräftiger und die Pickups unterscheiden sich deutlich voneinander. Die beiden Tone-Potis verändern erst im letzten Drittel hörbar den Klang der Gitarre.
Es befindet sich immer noch der erste Satz Saiten auf der Gitarre. In meinem Koffer liegen zwar immer zwei neue Sätze Saiten parat, aber ich werde sie erst aufziehen wenn die erste Original-Saite reißt. Saiten sind Verschleißteile, aber scheinbar ist der Originalsatz für die Ewigkeit gebaut.
Den Klang kann ich immer noch nicht beurteilen: Mit Sicherheit gibt es bessere Gitarren, aber sehr viel hängt von den Einstellungen des Verstärkers und dem eigenen Können ab. In meinen Händen, angeschlossen am billigen Transistorverstärker klingt die Squier Stratocaster eher mau. Mein Gitarrenlehrer hat sie einmal am dicken Verstärker der Musikschule gespielt und siehe da: Auf einmal hörte sich meine '96er Squier Affinity Stratocaster richtig klasse an.
Zuersteinmal dickes Lob für dein Blog, ich schaue gerne hier rein, weil ich auch selbst ein Anfänger bin...ich habe erst vor drei Jahren mit dem Gitarrenspiel autodidaktisch begonnen und bin immer noch begeistert und ständig auf der Suche nach neuen Infos.
Was ich noch gar nicht wusste ist, dass es Squier Gitarren gibt, die verleimte Bodies haben. Das finde ich schon merkwürdig, denn eigentlich war doch Leo Fenders Idee, den Körper einer Gitarre aus einem Stück zu schneiden, wegen der besseren Akustik. Als offizieller Kopierer von Fender, find ich das schon bissel merkwürdig, aber egal.
Zu den Potis, da merkt man glaub ich erst nach ner Weile wie die richtig gut funktionieren. Das hängt auch sehr stark von deinem Setup ab - ob nun clean, crunch, overdriven oder distortion. Ich habe die Potis erst über Guitar Rig 2 richtig für mich entdecken können und zwar nur mit einem aufgerissenem Jazz Amp (Treble Boost, Tube Screamer vor dem AMP) aber meine Güte dann merkt man erstmal was, wenn man dran dreht.
Die Saiten würde ich an deiner Stelle schonmal wechseln. Auch wenn die nicht reißen, verlieren die doch sehr viel von ihrer Klangfarbe, wenn sie zu lange drauf sind. Vielleicht klingt deine Squier ganz anders mit frischen Saiten und du wirst überascht sein, wie unterschiedlich auch unterschiedliche Saiten klingen können. Nur mal als Tipp.
Ansonsten mach weiter so Uwe. Ich freue mich auf zukünftige Beiträge. :)
Aber die Saiten werde ich erstmal drauf behalten. Nennen wir es ein Experiment ...