
Pünktlich zum Jahresende stellt sich wieder de Frage: Was schenke ich meinen Kindern und Patenkindern? Und hilfreich wie immer erscheinen die Set's mit einer einfachen Stratocaster-ähnlichen Gitarre und einem Mini-Verstärker in den Kaufhäusern. Und eine "Gitarre ganz einfach"-Anleitung liegt auch noch bei.
In Anbetracht von Wünschen wie Handy oder Wii ist ein solches Paket nicht einmal teuer. Die Qualität reicht nicht an Gitarren namhafter Hersteller heran, aber wir wollen ja auch keine 500 Euro für ein Weihnachtsgeschenk auf die Theke legen. Immerhin kommt ein Ton aus der Gitarre und mit einem neuen Satz Saiten hört sich das Ganze, zumindest in den Händen eines erfahreneren Gitarristen, nicht mehr an wie Hühnerdraht auf einer Dachlatte.
Aber haben wir dem Kind damit einen Gefallen getan?
Ich befürchte: Nein!
Wenn der oder die beschenkte bereits Gitarrenunterricht genommen hat, wird sich ein 90-Euro-Set nicht bewähren. Ganz billige Gitarren hören sich noch schneller schlecht an als wir es bei unseren eigenen Übungen schon gewohnt sind. Wo eine hochwertige Gitarre einen Fehler verzeiht oder das Spielen einfacher macht, rächt sich das Billigexemplar mit gnadenlosem Mißklang.
Entweder der Gitarrenschüler gibt entmutigt auf oder entsorgt das Geschenk möglichst schnell via Auktion in weite Ferne.
Trifft eine Gitarre auf ein Kind ohne Musikambitionen, dann kann man sich das weitere denken: Die ersten Tage wird laut und mißtönend Lärm gemacht, bis die genervten Eltern zumindest den Verstärker verstecken. Dann landet das ganze Zeug erst in der Ecke, dann im Keller und wird nach Jahren als archäologischer Kellerfund erneut auftauchen.
Was tun?
Schenkt euren Kindern
keine Musikinstrumente! Auch Gitarren sollte man nur mit Beratung kaufen. Zieht lieber nach Weihnachten los und meldet sie in einer Musikschule an und kauft oder mietet dann ein vernünftiges Instrument. Das bringt allen Beteiligten mehr.